Kappapagei (Poicephalus robustus)
    Unterarten:
    Die Einteilung der Arten und Unterarten erfolgt nach der
    neuesten Namensgebung durch die Akademie für Vogelhaltung
    erstellt 2022 (siehe Papageien 8/2022).
    Autoren: Jutta und Peter Welcke, Glauchau.
    Alle Texte und Fotos sind Eigentum der jeweiligen Autoren und dürfen nur mit deren Genehmigung veröffentlicht werden.
    Historisch wurden drei Unterarten des Kappapagei unterschieden:
    • die Nominatform Poicephalus robustus robustus
    • Kuhls Graukopfapagei Poicephalus robustus fuscicollis
    • Reichenows Graukopfapagei Poicephalus robustus suahelicus
    Seit Mitte der 90er Jahre mehren sich die Erkenntnisse, dass der Kappapagei Poicephalus robustus auf Grund von biogeographischen, morphologischen und genetischen Unterschieden getrennt von den übrigen Arten einzuordnen und als monotypische Art zu betrachten ist.

    Im Vergleich zu robustus bevorzugen die beiden früheren Unterarten fuscicollis und suahelicus einen anderen Lebensraum, haben voneinander abweichende Nahrungsspektren und unterscheiden sich in der Größe des Körpers und einiger Körpermerkmale. Ihre DNA-Abweichung ist gering untereinander und deutlich zu robustus.

    Das Nomenclature Commitee (Fauna) hat die Aufnahme des Kappapagei als eigenständige Art in die offizielle CITES-Nomenklatur empfohlen und in der internationalen Fachliteratur ist folgende Einteilung bereits allgemein akzeptiert:
    • Kappapagei Poicephalus robustus - monotypische Art
    • Graukopfpapagei Poicephalus fuscicollis - mit den Unterarten
    • Kuhls Graukopfpapagei Poicephalus fuscicollis fuscicollis
    • Reichenows Graukopfpapagei Poicephalus fuscicollis suahelicus
    Kappapageien sind durch ihre geringere Größe, den weniger kräftigen, kürzeren und weniger spitz zulaufenden Oberschnabel und insbesondere durch die olivbraune bis olivgrüne Färbung des Gefieders von Kopf, Kinn, Kehle und Hals relativ einfach von Graukopfpapageien zu unterscheiden.
    2005 wurde bei CITES eine Eingabe gemacht um den Kap-Papageien einen eigenen Status zu geben und von den Graukopfpapageien zu trennen. Darüber wird zur Zeit noch entschieden, auch sollen weitere molekulargenetische Untersuchungen durchgeführt werden.
    2017 wurde durch IUCN dem Antrag zur Trennung der Unterarten stattgegeben. Der Kappapagei wird seit 2017 bei CITIS unter dem wissenschaftlichen Namen Poicephalus robustus robustus geführt.
    Foto: W. A. Horsfield
    Junger Kappapagei (rechts) und junger Reichenows Graukopfpapagei
    Das Foto wurde vom Züchter aufgenommen in 01/06 in der Amazona Endangered Parrot Breeding Facility, RSA.
    Literatur:
    Hoppe, D. und P. Welcke (2005): Neue Erkenntnisse zur Taxonomie und zum Status des Kap-Papageis. Papageien 18 (4): 130-135. Arndt-Verlag, Bretten.
    Hoppe, D. und P. Welcke (2006): Langflügelpapageien. Ulmer-Verlag, Stuttgart.
    Pattison, J. (2003): A Cape by any Other Name. 2003 Proceedings of the International Aviculturists Society.
    Perrin, M.R. (2001): Reclassifying the Cape Parrot. Mag. of the Parrot Society UK 35 (9): 301-303.
    Perrin, M.R. (2005): A review of the taxonomic status and biology of the Cape Parrot with reference to the Brown-necked Parrot and the Grey-headed Parrot. Ostrich 76 (3&4): 195-205.
    Wirminghaus J.O., C.T. Downs, M.R. Perrin u. C.T. Symes (2002): Taxonomic relationship of the subspecies of the Cape Parrot Poicephalus robustus. Journ. of Nat. Hist. 36: 361-378.